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Essen, reden, reformieren...

Frauen treffen sich zu einem festlichen Essen. Der Abend und die Tafel stehen unter dem Motto Tischreden zur Zukunft von Religion und Kirche. Für Input sorgen geladene Rednerinnen: Frauen aus den christlichen Kirchen, anderen religiösen Gemeinschaften, aus Politik, Kunst, Wissenschaft und Journalismus.


Die Visionen von Frauen zeigen

Die Besucherinnen kommen in ihrer jeweiligen Tischgemeinschaft zu Wort oder können ihre Gedanken, ihre Wünsche und Ideen als Postkarte an eine Thesenwand anschlagen. Die gedankliche Vielfalt, die sich an diesem Abend präsentiert, wird durch die Veranstalterinnen anschließend gesichtet und gebündelt. Gemeinsame Ziele oder Visionen, die sich daraus ergeben, werden herausgearbeitet und als Voten veröffentlicht. 

Luthers Redeformat neu entdecken

Mit dem Format der Tischrede lehnen sich die Veranstalterinnen an die bekannte Praxis Luthers an. „Luther gelang es in seinen Tischreden, Theologie und Alltag überzeugend zusammen zu bringen“, erklärt Ulrike Wagner-Rau, Professorin für Praktische Theologie an der Uni Marburg und Mitorganisatorin des Frauenmahls, „dieses Redeformat möchten wir für heute neu entdecken.“

Eine Marburger Idee zum Anknüpfen

Bisher wird zu zehn Frauenmahlen eingeladen - und das von Veranstalterinnen auf verschiedenen kirchlichen Ebenen: Im Kirchenkreis, in Landeskirchen und EKD-weit. Die Initiative kommt aus dem Organisatorinnenkreis des Marburger Frauenmahls. Gemeinsam entwickelt vom Fachbereich Evangelische Theologie der Uni Marburg, der Frauenarbeit im Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von  Kurhessen-Waldeck und dem Frauenstudien- und -bilungszentrum in der EKD (FSBZ) hat die Idee schnell Anklang gefunden und es haben sich in ganz Deutschland weitere Vorbereitungsgruppen gegründet. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es 2012 weitere Frauenmahle geben wird. Nachahmung erwünscht!

Demokratischen Diskurs stärken

Zehn Frauenmahle - das sind über 1000 Frauen, die der Kirche und der Gesellschaft ihr Votum für die Zukunft mit auf den Weg geben. Das sind zahlreiche Referentinnen, die in engagierten Tischreden ihre Wünsche und Anregungen formulieren. Das bedeutet eine breit angelegte, demokratische Auseinandersetzung aus der Perspektive verschiedener Religionen und Weltanschauungen, verschiedener Berufs- und Altersgruppen.


Die Veranstalterinnen möchten mit dem Frauenmahl den demokratischen Diskurs um die Zukunft von Kirche und Religion voranbringen, dessen Notwendigkeit in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist. Die Perspektive soll die von Frauen sein, da diese in den offiziellen Gremien oft weniger vertreten sind.

Tischreden oder Frauenmahl

Die Veranstalterinnen haben sich gegenseitig inspiriert und fühlen sich verbunden, aber es gibt keine übergreifende Organisation und so können sich auch die Veranstaltungen in ihren Details unterscheiden. Einige Vorbereitungsgruppen haben zum Beispiel statt Frauenmahl den Titel Tischreden gewählt. Auch die Ausgestaltung der Abende und die Präsentation der Ergebnisse kann sich nach diesem Prinzip individuell gestalten.


Diese Internetpräsenz lädt Sie ein, die Ergebnisse der Frauenmahle kennenzulernen, wahrzunehmen und mit ihnen weiterzuarbeiten. Wer die Idee des Frauenmahls selbst weiterentwickeln will, kann die praktischen Tipps und Kontakte auf der Seite nutzen, um einen Weg zu gestalten, den viele mitgehen und beleben.


Dieser Internetauftritt gehört zum Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD (FSBZ). Eine Einrichtung im Comenius-Institut. Besuchen Sie uns unter www.fsbz.de